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Was ist Schocken?

Mittwoch, 21. Dezember 2011 - 19:15

Schocken ist ein Würfelspiel, das von mindestens zwei Personen gespielt wird. Unter dem Namen Schocken ist es vor allem im Rheinland und in Westfalen bekannt. Man kennt das Spiel aber andernorts auch als Jule, Mörkeln oder Maxen.

 

Spielmaterial

Zum Spielen benötigt jeder Spieler einen eigenen Würfelbecher und drei Würfel. Dazu kommen 13 Strafmarken (notfalls auch Bierdeckel) und eine Marke, die sich optisch von den übrigen 13 abhebt. Hiermit wird der Verlierer der Ersten Hälfte markiert. Dazu aber später mehr.

Ablauf des Spiels

Eine Schockrunde besteht aus zwei Hälften und (bei Bedarf) einem zusätzlichen Finale, das die Verlierer der beiden Hälften gegeneinander spielen. Falls ein Spieler in einer Runde beide Hälften verliert, so entfällt das Finale und man spricht von einem Durchmarsch. Eine Hälfte oder auch das Finale besteht aus mindestens einer, meistens jedoch mehreren, Wurfrunden, in denen die Spieler nacheinander würfeln. Dabei darf ein Spieler höchsten drei Würfe tätigen.

In einer einzelnen Wurfrunde würfeln die Spieler nacheinander. Dabei beginnt der Spieler, der die vorangegangenen Wurfrunde verloren und damit Strafsteine kassiert. Bei Beginn eines neues Spiels wird der Startspieler durch einfaches Auswürfeln bestimmt. Zu Beginn einer Wurfrunde tätigen alle im Spiel befindlichen Spieler ihren ersten Wurf ohne dabei den Würfelbecher aufzudecken (dies nennt man Laden). Der Startspieler deckt nun seinen Becher für alle sichtbar auf und kann sich entscheiden, ob er weiterwürfeln oder seinen Wurf stehen lassen will. Entscheidet er sich für das Weiterwürfeln, so hat er nun noch maximal zwei weitere Würfe. Die vom Startspieler vorgegebene Anzahl der Würfe ist dabei als Obergrenze für alle weiteren Mitspieler verbindlich. Die Mitspieler dürfen aber auch vor Erreichen der maximalen Wurfanzahl ihr Spiel beenden. 

Entscheidet sich der erste Spieler nach dem Ansehen seines ersten Wurfes für das Weiterspielen, kann er frei entscheiden, ob und welche Würfel er auf dem Tisch stehen lässt, um nach seinem letzten Wurf einen möglichst hohen Gesamtwurf zu erhalten. Ist sein Becher zum dritten Mal umgedreht oder hat er vorzeitig entschieden, dass sein Gesamtwurf ihm genügt, ist der nächste Spieler an der Reihe. Sofern nicht der Startspieler nur einen einziger Wurf vorgegeben hat, dreht der Spieler nun seinen Becher um und betrachtet seinen ersten Wurf. Danach erfolgt der Ablauf analog zum ersten Spieler, bis die Runde mit dem letzten Wurf des letzten Spielers beendet ist.
 
Abschließend wird der Reihe nach „aufgedeckt“ und geprüft, welcher Spieler den jeweils höchsten (Gewinner) bzw. niedrigsten Wurf (Verlierer) insgesamt hat. Bei Übereinstimmungen gilt der spätere Wurf der Runde als „nachgelegt“ und somit als geringwertiger. Nun bestimmt der höchste Wurf, welche Anzahl von Strafpunkten (vgl. Tabelle unten) der Spieler mit dem niedrigsten Wurf erhält. Dabei wird, solange noch Strafsteine im ursprünglichen Stock vorhanden sind, aus eben diesem verteilt, danach erhält der Verlierer einer Runde seine Strafsteine vom entsprechenden Gewinner. Die erhaltenen Strafsteine legt der entsprechende Spieler offen vor sich ab. Sind nicht mehr genügend Steine im Stock oder beim Gewinner verfügbar, so erhält der Verlierer lediglich die Steine, die noch vom Gewinner vergeben werden können.
 
Eine Ausnahme stellt dabei der so genannte Schock Out (1-1-1 - siehe unten) dar, bei dem der Verlierer sofort sämtliche Strafsteine erhält und damit die Hälfte oder das Finale verloren hat.
 
Wenn ein Spieler sämtliche Strafmarken gesammelt hat, ist der Spielabschnitt (Hälfte oder Finale) beendet. Dieser Spieler hat damit diesen Abschnitt des Spieles verloren.
 

Würfe und Wertigkeit

Wieviele Strafmarken ein Spieler erhält, ergibt sich aus folgender Übersicht:

Wurfbezeichnung Wurf

Anzahl Strafsteine

Schock Out

= höchster Wurf

1-1-1 alle
Schock 6 1-1-6 6
Schock 5 1-1-5 5
Schock 4 1-1-4 4
Schock 3 1-1-3 3
Schock 2 1-1-2 2
6er General 6-6-6 3
5er General 5-5-5 3
4er General 4-4-4 3
3er General 3-3-3 3
2er General 2-2-2 3
Straße 6-5-4 2
Straße 5-4-3 2
Straße 4-3-2 2
Straße 3-2-1 2
Hausnummer (665) 6-6-5 1
Hausnummer (664) 6-6-4 1
  usw. bis  

Hausnummer (221)

= niedrigster Wurf

2-2-1 1

 

Redewendungen

Beim Schocken wirst Du von den Spielern einige Aussprüche hören, die aus dem Spiel heraus entstehen. Hier einige Beispiele:

 

Mit ist Schitt

Hiermit ist ein nachgelegter Wurf gemeint: zwei oder Spieler mehr Spieler erzielen das gleiche Wurfergebnis, vorne liegt aber immer derjenige, der den Wurf zuerst erreicht hat. Die anderen sind nur Mit und liegen hinten.

 

Kleine Straße, großer Schock.

Aus der kleinen Straße (3-2-1) kann eventuell durch Herauslegen der 1 noch ein Schock erzielt werden - sofern er noch Würfe übrig hat.

 

Wundertüte

Wenn ein Spieler mit drei Würfeln unter dem Becher aufhört, so nennen dies einige eine Wundertüte - als Ergebnis kann alles mögliche unter dem Becher liegen.

 

Jenny, Bombe

Andere Bezeichnungen für einen General.

 

Honecker, Schock doof

Andere Bezeichnungen für den Schock 2 (2-1-1).

 

Hanl, Schock Aus Natur

Andere Bezeichnungen für einen Schock-Out aus der Hand: der Schock Out wurde nicht durch zusammenwürfeln erzielt sondern durch gleichzeitiges Würfeln von drei 1ern.

 

Laden

Das Würfeln (ohne Aufdecken) zu Beginn einer Wurfrunde.

 

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